
Bei den zahlreichen Netzausbauprojekten in Deutschland müssen bei der Verlegung von Erdkabeln eine Vielzahl von Hindernissen wie bestehende Infrastrukturen, Flüsse oder geschützte Gebiete unterquert werden. Die Höchstspannungs-Gleichstromleitung SuedLink transportiert mit Windkraft erzeugten Strom aus Norddeutschland in die süddeutschen Industriezentren. HDD-Rigs haben die Bohrungen für die Verlegung von Kabelschutzrohren durchgeführt, mit denen SuedLink den Fluss Tauber, eine Bundesstraße und weitere Verkehrsinfrastrukturen unterquert.
Allein in Deutschland fallen bei den anstehenden Netzausbauprojekten, von denen SuedLink das größte ist, rund 4.500 sogenannte Querungen an. Querungen sind die anspruchsvollsten Abschnitte unterirdischer Hochspannungskabeltrassen. Um geografische Hindernisse wie Flüsse, Sümpfe und Feuchtgebiete zu überwinden, um Naturschutz- und Erholungsgebiete, Grundwasserzonen, die Landschaft und wertvolle landwirtschaftliche Flächen zu schützen, Verkehrsinfrastrukturen, Ver- und Entsorgungsleitungen und Gebäude zu unterqueren, sind grabenlose Technologien von entscheidender Bedeutung.
Die Unterquerung der Tauber, der Bundestrasse B 290, eines Fernradwegs und eines Naherholungsgebiets erfolgte von beiden Enden der Vortriebsstrecke. Durchgeführt wurde die sogenannte „intersection“-Methode, bei der sich beide Maschinen in der Mitte der Bohrstrecke treffen, von einem elektrischen HDD-Rig HK300TE mit einer Zugkraft von 300 Tonnen und einem dieselbetriebenen Rig HK150C. Zu den Besonderheiten des Projekts zählte die Länge der Bohrungen von 854 Metern und eine beträchtliche Höhendifferenz. Aufgrund der Geologie wurden Stahlrohre mit einem Durchmesser von 323,9 Millimetern verlegt, in die die PE-Kabelschutzrohre eingezogen wurden.