Der Blick aus dem Zugfenster auf der Fahrt von Genua nach Ventimiglia an der italienisch-französischen Grenze bietet wunderschöne Ausblicke auf die Strände, die Ortschaften und die Bergwelt an der malerischen Küste von Ligurien. Die Kehrseite der Medaille: Die Kapazitäten der kurvigen, teils nur eingleisigen Strecke sind sehr begrenzt und die Belastung der Bewohner des engen Küstenstreifens ist hoch.
Die parallele Neubaustrecke etwas weiter im Hinterland führt zwischen Andora und San Lorenzo durch vier, zweigleisige Tunnel, die von einer Einfachschild-TBM aufgefahren werden. 2005 startet die S-315 mit dem 3.179 Meter langen Collecervo-Tunnel. Der Durchbruch des zweiten, 2.609 Meter langen Caighei-Tunnels erfolgt Ende 2007. Den dritten und längsten Tunnel im Quartett, der 3.291 Meter lange Gorleri-Tunnel, bohrt die S-315 bis März 2009. Für den vierten Tunnelvortrieb, den 3.075 Meter langen Bardellini-Tunnel, startet die 1.200 Tonnen schwere TBM Mitte April 2009 und erreicht im Mai 2010 erfolgreich den Durchbruch.